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Weert Zell wurde in Bremen, am 2. Dezember 1922, geboren.
Vater: Johann Zell
Mutter: Martha Zell, geb. Schwenker
Geschwister: 1 Schwester -Annegreth
Schulbildung: Volksschule
Beruf: Unbekannt
Heimatanschrift: Bremen-Huchting, Roggenkamp
Das Bild zeigt Weert (rechts) Weihnachten 1927 oder 1928 in Bremen, Neckarstrasse
Mit Kriegsbeginn am September 1939 wurde der Vater von Weert Zell, Johann Zell, schon im 1. WK als Landser dabei, wiederum eingezogen.
Sein Sohn, Weert Zell, meldete sich 1940 freiwillig zum Dienst an der Waffe und wurde am 01.10.1940 eingezogen. Seine Erkennungsmarken trug die Nummer : -977-1./.s.Art.Ers.Abt.56 Er wurde in Oldenburg, in der 1. Batterie schwere Artillerie-Ersatzabteilung 56, zum Kanonier der schweren Artillerie ausgebildet und am 10.01.1941 in seine zukünftige Stammeinheit, dem Artillerie Regiment 120, nach Lüneburg, versetzt. Hier diente er in der 12. Batterie und musste, mit der 110. Infanterie Division, am 22.Juni 1941 in den Russlandfeldzug (Unternehmen Barbarossa) ziehen.
Sein Batteriechef war der Oberleutnant Fricke. Weert wurde in der Nachrichtenstaffel der Batterie unter dem Oberwachtmeister L. Ellenrieder eingesetzt.
Die Stationen von Weert´s kurzem Soldatenleben.
Weert wurde ab dem 01.10.1940 in Oldenburg, in dem dortigen stationierten 1. Batterie, schwere Artillerie Ersatz – Abteilung E 56 ausgebildet.
Nach der Ausbildung kam er am 10.01.1941 nach Lüneburg. Dort wurde seit dem 10.12.1940 die 110. Infanterie Division aufgestellt. Die 12. Batterie des Artillerie Regiment 120 wurde seine Stammeinheit. Das Regiment bestand aus 4 Abteilungen und zwar
1. Abteilung: Batterie I-III, die 2 Abteilung: Batterie IV-VI, die 3. Abteilung: Batteie VII-IX und die 4. Abteilung: Batterie X-XII. Die 4. Abteilung war die sogenannte schwere Artillerie, anfangs noch beritten, später motorisiert. Weert soll der Verbindungsfunker zwischen der Batterieführung und dem vorgeschobenen Beobachter gewesen sein.
Von Dezember 1940 bis April 1941 befand sich die 110. Infanterie Division, im Heimatstandort Lüneburg, im Verbund der 11 Armee, zur besonderen Verfügung. In den Monaten Mai und Juni 1941 wechselte die Heimatverfügungsstellung an die 2. Panzerarmee. Im Juli 1941 bekam die Division den Marschbefehl, einen Verfügungsraum vor Wilna in Litauen zu beziehen. Hier war die Division dem Armeecorps XXXII unterstellt. Die Befehlsgewalt hatte das Oberkommando des Heeres (OKH) Mitte.
Noch im Juli 1941 wurde die Einheit in den Russlandfeldzug (Unternehmen BARBAROSSA) geschickt. Sie sollte links vorbei an Smolenks in die Höhe von Moskau vorstoßen und dann später, nach der Einnahme von Moskau, rechts in Richtung Ural weiter marschieren. Mit Beginn des Feldzuges wechselte die Befehlsgewalt an das XXIII. Armeecorps und somit an die 9. Armee.
Am 22. Juni 41 marschierte ein Teil der 9. Armee im Vormarsch in Richtung Osten. Nach dem Durchbrechen der sowjetischen Grenzbefestigungen ostwärts von Goldap, ging es weiter in Richtung Moskau. Sie überschritten den Njemen und durchstießen im Juli die Stalinlinie bei Polozk. Nach zähen Stellungskämpfen an der Düna (Mjesna) marschierten die deutschen Truppen, teilweise gegen erbitterten russischen Widerstand, unaufhaltsam mit Ziel Moskau gen Osten. Bereits im August / September 1941 kämpfte die 110. Infanterie Division im Raum nördlich von Smolensk, zwischen Witebsk und Scharkowski. Bis Moskau waren es nur noch ca. 400 km.
Im Zuge, der für den Angriff erforderlichen Umgliederung wurde die Division in den Raum ostwärts von Iljimo befohlen, den die Einheiten am 19.9.41, nach beschwerlichem Marsch zunächst auf leidlichen Sandwegen, danach durch dicken, zähem Schlamm über den Ort Bajewo a. d. Düna, erreichte. Hier gab es einige Ruhetage. Während dieser Tage wurde die Truppe durch neue Soldaten aus zwei, gerade eingetroffenen Ersatz-Marsch-Bataillone, aufgefrischt. Der nächste Großangriff stand den Einheiten der 110. ID unmittelbar bevor.
Als Beginn dieser Offensive, an der die gesamte Heeresgruppe Mitte teilnehmen sollte, wurde der 2. 10.1941 festgesetzt.
Die 110. Division wurde dem Armee Korps VI unterstellt, das mit der 6. und 26. Infanterie Division, über den Ort BOR, die Stadt Bjeloj gewinnen sollte. Der 110. Division fiel die Aufgabe zu, ohne Truppenanschluss nach rechts und links ein ausgedehntes Waldrevier beiderseits der MESHA (ein Nebenfluss des oberen Düna) zu durchstoßen und den Anschluss an die beiden anderen Divisionen des Korps bei Bjeloy zu gewinnen.
Durch das Waldgebiet führte von West nach Ost nur ein einziger Weg längs des Flusses zum nächsten Ort Borki. Durch die Aufklärung war bekannt, dass der Weg gut befestigt war und durch das etwas abseits von Fluß gelegenen Dorf Borki gedeckt wurde. Dieses Dorf galt es als Erstes zu nehmen.
Das Dorf lag mitten im Wald, der schon teilweise urwaldartigen Charakter hatte. Morastige Mulden wechselten sich mit höher gelegenen Sandstreifen ab. Auf einem solchen Streifen waren die Häuser von Borki gebaut, inmitten von uralten Kiefern.
Weiter Fluß aufwärts lag auf einer Lichtung der nächste Ort, namens Scharkosije, mit seinen großen Holzlagerplätzen.
Weerts letzter Einsatz
Mit dem neuen Marsch- und Angriffsbefehl vom 1.10.1941 wurden alle Artillerieeinheiten, die sich im Verfügungsraum befanden, zusammengezogen und marschierten südlich Richtung BOR, um dort für die Eroberung der Stadt Stellung zu beziehen.
Die Infanteristen der verbleibenden Verbände sollten die von den Russen gehaltenen und stark befestigten Ortschaften erobern.
Doch bereits am 2. Oktober, kurz nach Beginn der Offensive, stockte der Angriff der Infanterie auf Grund des äußerst starken russischen Widerstandes. Die Armeeführung beschloß, den Angriff zu stoppen, die abgezogenen Artillerieeinheiten zurück zu beordern und die Fortsetzung des Angriffes auf den 4.10. mit Artillerieunterstützung festzulegen.
In einem Gewaltmarsch erreichte die zurückbeorderte Artillerie, darunter auch die 12. AR 120, am Abend des 3. Oktobers auf der Südseite des Flusses Mesha den Ortsrand von Borki und ging sofort in Stellung.
Am 04.10.1941 um 5.30 Uhr begann der 2. Angriff der deutschen Truppen auf Borki und den anderen nahe gelegenen Ortschaften.
Das Artillerie Regiment 120, unter Führung des Infanterie Regiment 254, feuerte verbissen und allem, was die Rohre hergaben, gegen die russische Stellungen. Es wurde das schlimmste Artilleriefeuer, das es in diesen Krieg bisher gegeben hatte. Unaufhörlich schlugen die Granaten in dem kleinen Ort ein, in dem sich die Russen teilweise durch vierfache Balustraden von dicken Kiefernstämmen geschützt und eingegraben hatten. Nach ca. vierstündigem, schwerstem Artilleriefeuer gaben die Russen ihre Stellungen auf und flohen nach Osten.
Die nahegelegene Stadt Bjeloy fiel am 5.10.1941
Das Hauptziel des Angriffes, die Eroberung der Ortschaften Borki und Bjeloy, war erreicht und der Anschluß zur 6. und 26. ID wurde wie geplant am 6.10.1941 vollzogen.
Nachschau des Kampfes um Borki
Wegen der fehlenden Truppenanbindung zu den beiden Flanken fand der Kampf in dem urwaldähnlichen Gebiet um Borki unter schwersten eigenen Verlusten statt. Alleine ein Bataillon des 254. IR verlor an diesem Tage 136 Mann und beklagte sehr viele schwerverletzte Soldaten. Die Gesamtverluste dieser Offensive sind mir unbekannt. Seit diesem Gefecht trug die 110. Division den Spitznamen:
“Urwald - Division”.
Die übrige Teile 9. Armee schlugen am 2.10.41 den Weg in Richtung Smolensk - Jelna ein. Vordergründig sollte die Zange um Smolensk von den deutschen Armeen geschlossen werden. Die Russen leisteten auch hier erbitterten Widerstand, um das bestehende Ziel Hitlers, nämlich die Eroberung und Besetzung von Moskau zu verhindern (siehe unten Schlacht um Smolenks) Im weiteren Verlauf des Oktobers stießen die Einheiten der 9. Armee unter Führung der 3. Panzergruppe (Armeekorps VI, Heeresgruppe Mitte) bis nach Wasma vor.
Schwer umkämpft waren im Oktober und den folgenden Wochen die Stellungen der Heeresgruppe Mitte um Kalin (Waldaihöhen), Smolensk und am “Jelnabogen”, sowie denen, um Orel und Wasma.
Weert fiel in seiner Artilleriestellung am Südufer des Flusses Mesha. Am gleichen Tag starb mit ihm, der, mir namentlich bekannte, Unteroffizier Kurt Wögens (6. / I.R. 254) aus Schlewig-Holstein, und sehr viele andere, unbekannte Kameraden. Der Kommandeur des 254 Infanterie Regimentes, Oberst Schreder, wurde schwer verletzt und war am 12.10.1941 seinen Verletzungen erlegen.
Bis heute liegen dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. aus dem Oktober 1941 80 namentliche Verlustmeldungen vor, deren Schicksale nicht geklärt werden konnten.
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